#7 – Erster Monat – erste Eindrücke

Hallo da draußen! 🙂

 

Tut mir leid, mein letzter Eintrag liegt schon wieder  4 Wochen zurück; die Zeit vergeht so rasend schnell, ich bin einfach nicht dazu gekommen. Aber nun habe ich endlich etwas Zeit gefunden, um einen neuen Eintrag zu schreiben!

Da ich nun schon 7 Wochen in den USA, davon schon 6 bei meiner Gastfamilie bin und daher das amerikanische Leben lebe und miterlebe, dachte ich ich verfasse mal einen Beitrag über meine ersten Eindrücke, bzw. Unterschiede zu Deutschland, die mir in während meinem ersten Monat in den USA aufgefallen sind. Ich weiß gar nicht mit was ich am besten anfangen soll, also lege ich einfach mal los!

Der erste große Unterschied, den man hier wahrnimmt, ist wohl das Autofahren hier. Wie man immer hört, ist in den USA alles größer, und auf den Straßen ist das wirklich so. Der Anteil an SUVs, Pick-ups und anderen größeren Karosseriearten ist hier auf den Straßen definitiv wesentlich höher als in Deutschland. Wo man auf deutschen Autobahnen vielleicht mal einen SUV unter 10 Autos sieht, sieht man hier eine Limouisine, Coupé oder Kombi unter 10 Autos; Kleinwagen findet man hier nahezu nie auf. Wo in Deutschland ein Audi Q7 oder BMW X6, was wohl welche der gängigsten größeren SUVs in Deutschland sind, als sehr großes Auto wahrgenommen wird, wirken diese hier neber Autos wie einem Chevrolet Suburban oder einem Cadillac Escalade eher wie ein Audi A1 und 1er BMW. Ich selbst habe zum Beispiel, wie im letzten Eintrag schon erwähnt, nun tatsächlich ein Auto von meinen Host Parents gekauft bekommen, was ein Ford Fusion Titanium ist, also eine Limousine. Mein Auto gehört damit eher zu den kleineren auf den Straßen hier. Ab und zu fahre ich allerdings auch den Chevy Suburban meiner Host Mom, an den ich mich mittlerweile zwar gewöhnt habe, es ist jedoch trotzdem ein ganz anderes Fahrgefühl. Abgesehen von den vielen SUVs sieht man hier natürlich auch viele amerikanische Coupés wie Ford Mustangs, Chevrolet Camaros oder Dodge Chargers, die mir schon immer verdammt gut gefallen haben, was mir demnach ganz gut gefällt. Abgesehen davon sieht man aber auch sehr viele Tesla Model S, was mich als Befürworter des Umweltschutzes natürlich jedes mal freut. 🙂

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IMG_0029Die Zustände der Straßen hier sind jedoch vielmals echt miserabel; Unebenheiten, mehrere Zentimeter tiefe Schlaglöcher auf Highways oder einfach Straßen, die nicht asphaltiert sind, sog. Dirt-Roads, was ich in Deutschland nur als Feldwege für landwirtschaftliche Fahrzeuge kenne. Zu den Verkehrsregelungen, die mir bisher besonders aufgefallen sind: Ein Tempolimit gibt es überall, egal wie groß der Highway auch sein mag. Das höchste Tempolimit was ich bisher befahren bin ist 65 mph (~105km/h) auf dem nächsten Interstate Highway hier, was einer Autobahn entspricht. In geschlossenen Ortschaften beträgt das Tempolimit meistens 30mph, knapp 50km/h, also ähnlich wie in Deutschland. Ein weiterer großer Unterschied zu Deutschland ist, dass man hier auch über rechts überholen darf, was ich eigentlich eine recht sinnvolle Regelung finde, v.a. weil ich hier teilweise schon von links auf mehrspurige Straßen aufgefahren bin, ein weiterer Unterschied zu Deutschland. Dann gibt es hier auf größeren Highways extra Fahrstreifen, sog. „Express-Fahrstreifen“, die nur von Fahrzeugen mit mehreren Insassen befahren werden dürfen. Was auch oft vorkommt ist, dass Fahrstreifen aufgrund von Bauarbeiten o.ä. plötzlichen enden, wovor man, wenn man Glück hat, 50-100m vorher gewarnt wird, sollte verbessert werden!

 

Zuletzt noch ein paar Vorfahrtsregeln: An Kreuzungen ohne Verkehrsschilder sowie an Kreuzungen, wo alle 4 Fahrtrichtungen Stop-Schilder haben, darf immer der zuerst fahren, der zuerst an der Kreuzung angekommen ist, also sowas wie rechts-vor-links ist hier nicht bekannt. Das ist manchmal schon noch etwas komisch, v.a. wenn man nahezu gleichzeitig mit einem anderen Verkehrsteilnehmer an einer Kreuzung ankommt. Außerdem darf man an nahezu jeder roten Ampel rechts abbiegen, insofern es der Verkehr zulässt, was einer Grünpfeil-Ampel entspricht, die man in Deutschland allerdings wesentlich seltener auffindet. Und zu guter letzt, auch noch recht wichtig: Wenn ein Schulbus hält, muss man anhalten und darf nicht an ihm vorbei fahren, egal auf welcher Straßenseite man selbst fährt, sonst kann es schnell ein Knöllchen geben. 😀

 

Die These, dass in den USA alles größer ist, trifft auch oftmals auf die größe der Häuser bzw. Grundstücke zu. In meinem Ortsteil hier gibt es zum Beispiel sogar die Regelung, dass jedes Haus mindestens 4 Acres (16.000m²) Land um sich herum haben muss, was wirklich riesig ist. So hat das Grundstück meiner Host Family z.B. 8 Acres (32.000m²), hier würde man also locker 3,4 große Fußballfelder unterbringen können. Als ich das damals in der Bewerbung meiner Host Family gelesen hatte, konnte ich es gar nicht glauben und dachte da muss Google irgendwas falsch umgerechnet haben, aber es ist tatsächlich so riesig. Das Haus an sich hat auch eine beachtliche Größe. Die exakte Fläche weiß ich zwar nicht, aber wenn ich mit unserem Haus in Deutschland vergleiche, das 240m² Wohnfläche hat, was für deutsche Verhältnisse ja eigentlich schon recht groß ist, dürfte das Haus hier mindestens um die 350m² haben. An meinem ersten Tag musste ich sogar mal meine Host Mom fragen wo es lang geht, da ich nicht mehr wusste wo ich bin. 😀

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Von Folgendem habe ich ja glaube ich schon in meinem letzten Beitrag berichtet: Die immens hohen Preise für Lebensmittel. Für einen halb-vollen Einkaufswagen bezahlt man hier schon mal locker 100$. Vieles hier ist mindestens doppelt so teuer wie in Deutschland, so kostet eine Packung Haferflocken, Cornflakes oder ähnliches 4-6$. In Deutschland habe ich für nen Kilo Haferflocken noch etwas mehr als nen Euro bezahlt! Ein Beutel Milch (1,5l): 4$, 500g Hähnchenbrustfliet: 10$, 4 Activia Joghurts: 3$, Frischkäse: 3$, Toastbrot: 4$… nur um mal ein paar Beispiele zu nennen. Bin echt froh, dass ich für die alltäglichen Lebensmittel hier nichts zahlen muss, vor allem, weil ich wohl sowieso wesentlich mehr esse als der Durchschnitt, haha. Und was noch ein weiterer Unterschied zu Deutschland ist in den Geschäften: Die angegebenen Preise enthalten noch keine Steuer; die wird erst beim Bezahlen an der Kasse dazu addiert. Es sind zwar keine 19% wie in Deutschland, aber sollte man trotzdem im Hinterkopf behalten. 🙂

Was mir bisher ansonsten so an den Ortschaften auffällt: Die Häuser der Orte hier liegen viel weiter auseinander als in Deutschland. in Deutschland sind die Häuser eines Orts, ob Stadt oder Dorf, im Grunde genommen alle recht kompakt beieinander gebaut. Das trifft hier nur auf die Ortszentren zu, jedoch nicht um die restlichen Gebiete, wo gerne mal 50-100 Meter zwischen einem und dem nächsten Haus liegen. Die Grundstücke sind teilweise so riesig, dass man von der Straße aus noch gar kein Haus sehen kann. Was ich auch recht witzig finde ist die Auswahl der Hausnummern hier. Hier gibt es Straßen, die nicht mehr als 40,50 Häuser haben, die Hausnummern gehen jedoch weit in den drei- oder sogar vierstelligen Bereich und es folgt zum Beispiel eine 345 auf eine 320. Die Bauart der Häuser an sich ist hier wirklich größtenteils wie man es vom TV kennt und sich vorstellt: Holzhäuser mit meistens weißer Fassade. Abgesehen von der Mehrheit dieser Häuser sieht man hier allerdings wirklich alles mögliche: Verputzte Steinhäuser wie in Deutschland, Backsteinhäuser, Granitsteinhäuser, andere Holzhäuser,etc…

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Meine Straße

 

Was vielleicht auch noch recht interessant sein könnte: Was meine Ernährung betrifft ernährt sich meine Host Family und somit auch ich, recht gesund soweit. Jeden Freitag ist Pizza Friday und dienstags normalerweise Tacco Tuesday, aber ansonsten gibt es eigentlich nicht so viel Fast Food, beim Restaurant zum goldenen M oder ähnlichem waren wir bisher auch noch nicht und die Kids müssen immer eine Portion Gemüse zu Abend dazu essen. Wie das mit der These, dass jedes Au Pair durchschnittlich mindestens 5kg zunimmt während dem Jahr, bei mir hinhauen soll weiß ich noch nicht. Ich hab nämlich in meinen ersten 4 Wochen hier 2kg abgenommen, und das ohne jeglichen Sport, den ich in Deutschland 3-5 mal die Woche betrieben habe, also von dem her läuft da irgendetwas schief, haha.

Nur noch ein kleiner „Fun fact“ bzw Unterschied zum Schluss: In dem Fitness Studio in das ich hier gehe ist der Anteil derer, die trainierter, bzw. wesentlich trainierter sind als ich, um einiges höher als es in meinem Gym in Deutschland der Fall war. Irgendwie deprimierend wenn man ins Gym geht und auf einmal 9/10 Typen breiter sind als man selbst… 😦 😀

Das war es dann soweit für den Beitrag zu meinen ersten Eindrücken hier in den USA; ich hoffe ich habe auch ein paar interessante Infos genannt, und nicht nur Langweiliges. Mit dem nächsten Beitrag kommt auch schon mein erster Reisebericht, ich war nämlich letzte Woche für 5 Tage in Utah unterwegs und hatte eine wahnsinnig tolle Zeit, ihr dürft euch auf einen bilderreichen Beitrag freuen!

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So long,

Pascal 🙂

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